Furbo Hundekamera im Test

Teures Spielzeug oder echte Trainingshilfe?

Review & Test

Furbo Hundekamera – teures Spielzeug oder echte Trainingshilfe?

von | 19.12.2018 | Hundewissen, Produkte, Ratgeber, Rund um den Hund | 0 Kommentare

Zu deiner Information: Die Furbo Hundekamera wurde mir freundlicherweise von Furbo als kostenloses Testexemplar zur Verfügung gestellt. Mir wurden dabei keinerlei Auflagen gemacht, was ich in meinem Test sagen / nicht sagen oder vielleicht sagen soll. Trotzdem handelt es sich bei diesem Beitrag im gesetzlichen Sinne um Werbung.

Der Furbo, und was es mit diesem Artikel auf sich hat

Vorneweg möchte ich darauf hinweisen, dass der Furbo keineswegs den persönlichen Kontakt mit dem Hund ersetzen kann. Der Furbo kann helfen, reguläre Zeiten, die dein Hund allein warten muss, einfacher zu gestalten – und wichtig: Wir sprechen hier von maximal 6 Stunden!

Bürohunde…

Natürlich bin ich eine große Befürworterin von Hunden die dich ins Büro oder in die Arbeit begleiten dürfen, damit unsere Hunde eben nicht zu lange allein auf uns warten müssen. Außerdem finde ich natürlich auch, dass wir mehr mit unseren Hunden in die Natur gehen sollten, statt ohne sie Zeit beim Shopping und im Büro zu verschwenden…

Wer mich kennt, der weiß, dass es mir sehr wichtig ist, meine Meinung offen und ehrlich jedem mitzuteilen, den sie interessiert. Für meinen Blog habe ich schon viele Angebote bekommen, gegen durchaus attraktive Bezahlung, Produktempfehlungen auszusprechen.

Doch werde ich mich nicht von Firmen, die Menschen das Wasser mancherorts abgraben, bezahlen lassen, geschweige denn für sie werben, und auch nicht für solche, die in meinen Augen kein gutes Produkt haben – obwohl das natürlich immer ein bisschen subjektiv ist und sein wird.

In jedem Fall kann ich dir versprechen, dass du auf meinem Blog keine Werbung oder Empfehlungen für Produkte finden wirst, die ethisch unvertretbar oder einfach schlecht für deinen Hund sind.

Hundetrainerin Sissy Leonie Kreid mit Labrador Beno und Hundekamera Furbo

Jetzt aber los! Der Furbo

Häufig werde ich als Hundetrainerin gerufen, wenn Hunde nicht allein bleiben können. Die Symptome äußern sich oft mannigfaltig. Die häufigsten Beschwerden der Hundehalter sind kreative und oft nicht ganz sachgemäße Umgestaltungen der Wohnungseinrichtung oder lautstarke Beschwerdeäußerungen durch die Hunde, während Frauli oder Herrli aus dem Haus ist.

Es gibt viele Ursachen, weshalb es einem Hund schwer fallen kann, alleine zu bleiben. Dazu gibt es übrigens demnächst noch einen sehr ausführlichen Artikel.

Alleine bleiben – und die kleinen Komplikationen

Während es den Einen vielleicht nur ärgert, dass der Hund den nachbarschaftlichen Frieden auf den Prüfstand stellt oder den Umsatz von schwedischen Möbelhäusern verbessert, so ist es für mich immer ein Schmerz im Herzen, wenn ein Hund allein bleiben muss, es aber nicht kann.

Denn, ob nun die Ursache Trennungsangst, Kontrollverlust oder einfach Langeweile ist, mag zwar für den Schaden, der dem Halter entsteht, keinen Unterschied bedeuten, doch alle Ursachen haben eins gemeinsam: dem Hund geht es dabei nicht gut.

Aus Hundesicht…

Aus Hundesicht ist es nämlich, ohne es erlernt zu haben, so gar nicht logisch, dass sie nicht mit uns kommen dürfen. Je nachdem, wie schlecht die Erfahrungen waren, die beim Alleinsein gemacht wurden, umso schwieriger gestaltet sich meist die Therapie. Nachdem ich mein berufliche Tätigkeit dem Ziel verschrieben habe, das Leben für Mensch und Hund zu verbessern, ist mir gerade das Thema Alleinsein so wichtig.

Wir kommen in unserer Gesellschaft nicht aus, ohne unseren Hund zumindest gelegentlich für kürzere Zeiten allein lassen zu müssen. Darum freue ich mich, dass ein paar schlaue Köpfe eine Hundekamera auf den Markt gebracht haben, um den Hundemenschen dieser Welt das Leben ein wenig entspannter zu gestalten.

Ich möchte euch heute Furbo vorstellen, die nicht nur Hundekamera und Spielzeug ist, sondern auch viele, echte Einsatzmöglichkeiten mit sich bringt. Mit dabei als freundliche Testteilnehmer: Ignaz, Emma, Czika und Beno.

Das Furbo-Testteam: Ignaz, Czika, Beno, Frau Emma

Das Testteam

Das Testteam macht sich schonmal warm. Klar – ohne Hunde kein Test für Hundezubehör. Während für Beno, Emma und Ignaz der Furbo noch etwas ganz Neues ist, hat Überraschungsgast Czika schon einige Zeit Trainingsvorlauf gehabt.

Die Technik des Furbo

Der Furbo kommt in schickem Design daher (Aussage meines Ehemanns, der als Webdesigner ja schon leichte Schwächen für gutes Design hat „Oha, das kannste ja auch als Vase verwenden!“) und sieht mit dem Bambusdeckel ein wenig wie eine schwedische Keksdose aus.

Verpackung und Lieferumfang der Furbo Hundekamera

Die Kamera kann mit vorangebrachten Klebestreifen auf einem Hocker, dem Boden oder einem Tisch befestigt werden, um bei kleineren Stupsern des Hundes standhaft zu bleiben.

Ein wirklich cooles Feature: Die Kamera ist mit Nachtsicht ausgestattet, sodass du deinen vierbeinigen Liebling auch bei Dunkelheit noch im Blick haben kannst.

 

Technische Eckdaten:

Kamera 1080p Full-HD Auflösung
4-fach digitaler Zoom
160° Weitwinkel
Nachtsicht
Funktionen Leckerli-Wurf-Mechanismus
Platz für etwa 100 Leckerlis
2-Wege Audio (Sprechen und Hören)
Bellalarm
Kostenlose App Leckerli-Wurf
Hören
Mit Hund sprechen
Trainingsübersicht
Foto- und Videoaufzeichnung
Profile für unterschiedliche Hunde möglich
Sonstiges Klebestreifen zur Befestigung am Untergrund
Bambusdeckel

Ich und Technik. Das Thema Bedienerfreundlichkeit

Wer mich kennt, der weiß, dass ich und alles, was auch nur im Entferntesten mit Elektronik zu tun hat, das ganz große Kriegsbeil ausgegraben haben. Während Freunde und Bekannte panisch sämtliche elektronischen Geräte vom Strom nehmen, wenn ich Haus oder Wohnung betrete, haben mein Mann und sein bester Kumpel inzwischen Wetten abgeschlossen, wie viele Smartphones ich pro Jahr in den Elektronikhimmel schicken kann.

Ein elektronisches, App-gesteuertes Trainingsgerät könnte mich also vor ganz neue Herausforderungen stellen.

Die Furbo-App

Tatsächlich wird die Furbo-Kamera nur mit einem 6-seitigen Flyer im Mini-Format geliefert. Und ja – eine „Bedienungsanleitung“ im herkömmlichen Sinn ist irgendwie auch gar nicht mehr notwendig. Die Anleitung beschreibt bildhaft die Bestandteile der Kamera und bringt mich sicher durch die ersten Schritte mit dem Furbo. Danach übernimmt die App alle wichtigen Schritte, um den Furbo startklar zu machen.

Einrichtung der Furbo Hundekamera

Das Herunterladen der App hat gerade mal etwas länger gedauert, als das restliche Set-Up. Und das waren gerade mal zwei Minuten! Die App kannst du übrigens unter diesem Link für Android-Geräte downloaden: Furbo App / Google Play Store und unter diesem Link für Apple Geräte: Furbo App / Apple Geräte.

Nachdem die App auf dem Smartphone oder Tablet installiert ist, steckt man den Furbo ein, wartet, bis die LED grün leuchtet und startet Bluetooth auf dem Smartphone. Die App zeigt in einfachen Schritten, wie man den Furbo mit dem W-LAN und dem Smartphone per Bluetooth verbindet.

Weniger als eine Minute später erscheint auf dem Display des Handys schon das Video-Bild und die Kamera ist einsatzbereit. Mit einem Wisch über das Display kann man Leckerlis auswerfen, die durch ein lustiges Geräusch vorangekündigt werden. Auch die Lautstärke des „Auswurfsounds“, sowie das Geräusch selbst kann übrigens eingestellt werden.

Live-Video und Foto-Funktion

Im Live-Modus kannst du bis zu 60 Sekunden Video aufzeichnen und Fotos schießen. Hierfür gibt es zwei Buttons in der App. Ferner ist die Kamera mit einer Zoomfunktion ausgestattet, der durch einfaches Finger-auf-dem-Touch-Screen-auseinanderziehen betätigt werden kann.

1 Hund, 2 Hunde, Hundeprofile

In der App können mehrere Hundeprofile festgelegt werden. Die Profile werden mit Foto des Hundes, seinem Geburtsdatum, Rasse, Geschlecht und Gewicht gespeichert. Das Foto kann direkt über die App geschossen werden, oder du nimmst ein Foto aus der Galerie. Wenn du ein Bild aus der Galerie nehmen möchtest, dann solltest du auf den passenden Ausschnitt achten, denn drehen und zuschneiden kann man Bilder in der Furbo-App nicht.

Livevideo Furbo Hundekamera
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Zwischenfazit

Die Instandsetzung des Furbo war so einfach und intuitiv, dass ich ihn ohne Hilfe (und ich bin technisch wirklich ein Blindfisch!) innerhalb von wenigen Minuten nutzen konnte. Hier gibt es von mir auf jeden Fall eine 1*!

Benutzung

Wie gewöhne ich meinen Hund an den Furbo?

Damit meine Hunde mit der Kamera, den Geräuschen beim Auswerfen und dem Mechanismus vertraut werden, habe ich mich zusammen mit ihnen auf den Boden gesetzt, und den Furbo erkundet. Dabei habe ich zunächst die Kekse nicht in das Leckerlifach gegeben, sondern nur das Geräusch ausgelöst, um dann mit der Hand die Kekse zu werfen.

Die Hunde fanden das Geräusch ganz entzückend und legten sofort die Köpfe schief. Nach einigen Wiederholungen konnte ich schon feststellen, dass sie beim Ertönen des Geräuschs Futter erwarten. Zeit um den Furbo durchzuladen: Leckerlis in den Furbo, Übung wiederholen, nun aber die Kekse aus dem Furbo heraus werfend.

Dabei zeigten Emma, Beno und Ignaz sofort großes Interesse an der Kamera. Emma hatte gleich die Idee, dass sie den Furbo auch umwerfen könnte, um an mehr Kekse zu gelangen. Da ich den Furbo an vielen verschiedenen Orten im Haus nutzen möchte, habe ich mich entschieden, ihn nicht fest zu kleben, sondern auf einem Hocker aufzustellen.

Dank des Weitwinkels kann man auch von einem Hocker aus noch den ganzen Raum gut überblicken.

Was passiert hier? Furbo Hundekamera

Nachdem das vierbeinige Testteam Freude am Geräusch und der Funktion des Furbo entwickelt haben, kann ich den Raum verlassen. Nun habe ich die Hunde über die Mikrofon-Funktion angesprochen, was bei allen für anfängliche Verwirrung gesorgt hat. Sie wussten einfach nicht, ob sie zur Tür oder zum Furbo schauen sollten.

Jeder Hund reagiert anders!

Demnach habe ich sofort Kekse aufgeworfen, um die Aufmerksamkeit zum Furbo zu lenken. Für die Eingewöhnung an den Furbo habe ich mir mit meinen Hunden ca. 15 Minuten Zeit gelassen. Je nachdem, wie unsicher der Hund ist, kann diese Zeitspanne etwas länger oder kürzer dauern. Ich war etwas überrascht, zu beobachten, dass Emma und Beno ganz schnell furbo-natisch wurden,

Ignaz und Czika hingegen fanden zwar das Geräusch ganz spannend, waren jedoch, nachdem ich den Raum verlassen hatte, erstmal noch etwas zögerlich. Also haben wir nocheinmal gemeinsam im Raum den Furbo erkundet und Leckerlis geworfen.

Selbst bei nur 4 verschiedenen Hunden war aber ganz klar festzustellen: Jeder Hund reagiert anders auf die „Stimme aus dem weißen Ding“ und die Leckerlis dazu – lasst euren Hunden Zeit, probiert es in Ruhe aus. Übt auf keinen Fall unter Zeitdruck! Eure Hunde sollen den Furbo als etwas super-positives kennen lernen!

Ich rate allen Menschen mit ängstlichen Hunden und Hunden, die den Furbo tatsächlich als Hilfsmittel zum Alleinsein-Üben bekommen sollen, lieber zu viel als zu wenig Zeit mit der Eingewöhnung zu verbringen.

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Zwischenfazit

Die Bedienung des Geräts über die App ist intuitiv und einfach. Was meines Erachtens nach noch verbesserungswürdig ist, ist die Geschwindigkeit, mit der die App öffnet. Ich warte oft (gefühlt) sehr lange, bis die Verbindung hergestellt ist und bekomme gelegentlich nach ca. 30 Sekunden eine Fehlermeldung, dass eine Verbindung nicht möglich ist.

Erstmal ist das nicht schlimm, denn meistens klappt es schon beim nächsten Versuch und die Verbindung wird erfolgreich hergestellt, doch wenn mein Hund gerade bellt und es mir sehr wichtig ist, möglichst schnell Kontakt herzustellen, dann fühlen sich 30 Sekunden Verzögerung an wie eine Ewigkeit – das kennst du sicher auch. Ich habe auch getestet, ob es an der mobilen Datenverbindung liegt und konnte keinen Unterschied feststellen, ob ich nun die mobilen Daten, oder W-LAN verwendet habe.

Trainingsmöglichkeiten mit dem Furbo

Das Alleinebleiben

Hunde, die nicht alleine bleiben können, bekommen schnell das Gefühl, für immer verlassen worden zu sein. Sie empfinden die Distanz zu ihrem Menschen als unendlich und scheinen zu glauben, dass wir nie wieder zu ihnen zurückkommen.

Gerade hier kann die Furbo-Kamera ihr volles Potential zeigen.

Man kann jederzeit mit dem Hund „telefonieren“. So bekommt der Vierbeiner das Gefühl sein Mensch wäre gar nicht wirklich weg. Da man ihn für ruhiges Verhalten belohnen kann, stellen sich Trainingserfolge entsprechend schneller ein.

Ich kann mir vorstellen, dass auch im Hotel, der Ferienwohnung oder allgemein im Urlaub der Furbo prima helfen kann, dass sich dein Hund schneller und einfacher an die neue Umgebung gewöhnt.

Ein Gefühl von Sicherheit

Tatsächlich muss ich zugeben, dass ich bis zum Selbstversuch mit der Furbo-Kamera gar nicht wusste, wie angenehm ich es finden würde, meine Hunde im Blick behalten zu können, obwohl ich außer Haus bin.

Meine beiden Hunde Emma und Ignaz haben gelernt,  alleine zu bleiben. Besonders bei Emma habe ich das Gefühl, regelmäßig nur ein Standbild über den Furbo aufzurufen, da sie sich sehr selten bewegt, um sich woanders hinzulegen. Doch, obwohl ich nur ein Bild von meinen schlafenden Hunden sehen kann, wenn ich den Live Stream auf meinem Smartphone öffne, so ist es doch so, dass es mich mit einem angenehmen Gefühl versorgt und ich mich im Restaurant oder Kino deutlich wohler fühle, eben weil ich weiß, dass alles in Ordnung ist.

Hund fängt Leckerchen aus Furbo-Kamera

Der Bellnaz

Ignaz ist deutlich ängstlicher als Emma. Deshalb meldet er häufiger, wenn jemand Fremdes um unser Grundstück herum unterwegs ist. Wie oft er tatsächlich meldet, das weiß ich nun dank dem Furbo.

Da wir unseren Hauseingang mit meinem Vater teilen und Ignaz sich vor meinem Papa gruselt, meldet er leider jedes Mal, wenn mein Vater durch den Eingang geht und wir nicht zu Hause sind.

Jetzt stört das Bellen zwar niemanden im Sinne des Geräuschpegels, doch mich macht es unglücklich, zu wissen, dass Ignaz jedes Mal aus Angst bellt, wenn mein Vater das Haus betritt. Da kommt nun der Furbo ins Spiel und gibt uns ganz neue Trainingsmöglichkeiten.

Besser als jede Klingel

Da der Furbo mit mehreren Smartphones verbunden werden kann, hat mein Vater die Aufgabe bekommen, den Furbo-Leckerli-Werfer zu aktivieren, kurz bevor er das Grundstück betritt, wenn er gerade die Tür aufsperrt und noch ein weiteres Mal, wenn er das Haus betritt.

Nun kündigt Furbo an, dass jemand kommt und ihm Leckerchen „bringt“.  Wir haben in nur wenigen Trainingseinheiten erreicht, dass Ignaz schon sehr viel weniger aufgeregt ist, wenn er hört, wie draußen die Haupteingangstür durchschritten wird.

Alleine bleiben üben mit dem Furbo

Gelassenheit einfach belohnen!

Im Training für einen Hund, der noch gar nicht allein bleiben kann, kann man die Furbo-Kamera nutzen, um ihn für ruhiges Verhalten zu belohnen. Außerdem kann man dem Hund durch die Mikrofon-Funktion vermitteln, dass man ihn noch im Blick hat und noch gar nicht so weit weg sein kann.

Alleine bleiben im Auto

Viele Hunde verteidigen das „eigene“ Auto, wenn es auf einem Parkplatz abgestellt wird. Sie verbellen jeden, der am Wagen vorbeikommt. Dadurch wackelt das Auto, die Menschen erschrecken sich und nicht selten wird die Aufregung des Hundes noch verstärkt, weil manch ein Passant dann erst Recht hineinschauen möchte und durch die Fenster lugt.

Wenn man über ein Tablet oder Smartphone ein Hotspot erstellt und für Strom gesorgt wird, kann man den Furbo auch im Auto verwenden.

Die Furbo-Kamera kann nun mit Hilfe des Bell Alarms den Halter über das Verhalten seines Hundes zu informieren, doch ich als Hundetrainerin finde vor allem den Aspekt der entstehenden Trainingsmöglichkeiten interessant.

Weniger Bellen im Auto

Um das Bellen im Auto zu reduzieren, übe ich erst, während ich noch im Auto sitzen bleibe. Ich warte, bis ein Passant für meinen Hund sichtbar wird und belohne ihn mit einem Leckerliwurf, bevor er beginnt zu bellen. Diese Übung wiederhole ich, bis ich feststelle, dass mein Hund die Aufmerksamkeit vom Passanten weg und zum Furbo hin wendet.

Dann setze ich die gleiche Übung fort, allerdings stehe ich in der Nähe des Autos. Gelingt auch dies, gehe ich vom Auto weg lobe meinen Hund für ruhiges Verhalten über die Audio-Funktion und belohne ihn mit Leckereien.

Furbo Dogcamera - kann deinem Hundhelfen, alleine bleiben zu lernen

Alleine bleiben in bestimmten Situationen

Meine Emma hat im letzten Jahr Angst vor stürmischem Wetter entwickelt. Sie äußert dies, indem sie in der Wohnung beginnt zu hecheln und nicht mehr zur Ruhe kommen kann, wenn es draußen wilder zu geht.

Wenn ein Unwetter aufzieht, kann ich sie meistens in der Wohnung beschäftigen, nach 15 Minuten Üben und Unfug machen kann sie sich entspannen und neben mir auf dem Sofa liegend den Sturm aushalten.

Ich kann auch mit ihr Gassi gehen, denn es macht ihr nichts aus, dass uns Äste und Gestrüpp entgegenfliegen, da sie die Geräusche des Sturms begreifen kann, wenn sie sieht, was in der Natur vor sich geht.

Hier kann der Furbo wahre Dienste leisten. Denn, wenn es zukünftig windig wird und ich nicht zu Hause bin, kann ich Emma mit der Leckerli-Funktion beschäftigen und mit der Kamera feststellen, ob es ihr gut geht.

So kann ich endlich die Zeit, bis ich zu ihr nach Hause komme, überbrücken und fühle mich dabei einfach besser.

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Zwischenfazit

Zum Üben des Alleinseins ist die Furbo-Kamera ein wahrer Segen. Sie kann hilfreich sein, um schneller ans Ziel zu gelangen und gibt dem Halter ein besseres Gefühl, wenn man nicht zu Hause bei seinem Hund sein kann.

Im Restaurant nachzusehen, wie es Emma und Ignaz geht, emfpinde ich als sehr angenehm. Natürlich haben beide geschlafen und mir eine kleine Überraschung geboten: Sie haben gemeinsam auf dem Sofa gekuschelt. Wenn ich zu Hause bin, kuscheln sie selten miteinander.

Jede Menge Potential

Die Furbo-Kamera hat eindeutig noch mehr Trainingspotential. Um das ruhige Verhalten im Auto zu trainieren, aber auch um den Hund im Auto überwachen zu können, ist sie wirklich gut geeignet. Sie bietet vielen Hundehaltern mit „verhaltensspeziellen“ Hunden gute Möglichkeiten, auch dann zu üben, wenn man als Halter nicht unmittelbar beim Hund ist.

Der Bell-Alarm ist eine tolle Funktion, die mir die Sicherheit gibt, über das Verhalten meines Hundes Bescheid zu wissen und  möglichst entstehende Probleme schon vorher zu erkennen und gar nicht erst richtig eskalieren zu lassen.

Furbo Hundekamera im Test

Gut und sinnvoll? Das Fazit zur Furbo Dog-Kamera

Ich hatte direkt am ersten Tag die Schwierigkeit, dass der Leckerli-Auswerfer nicht mehr funktioniert hat. Der Auswerfer der Leckerlis hatte sich verklemmt und konnte keine Kekse mehr auswerfen. Der Tech-Support mit Live Chat auf Englisch war sehr freundlich und konnte mir recht schnell helfen, das Problem zu beheben.

Da mir der Kundendienst-Mitarbeiter Fotos mit Bezeichnungs-Beschreibungen der einzelnen Komponenten des Furbo geschickt hat, konnte ich auch sehr schnell begreiflich machen, welches Teil gerade klemmt.

Bei den FAQs zur Problembehebung auf der Website, die es dort auch auf Deutsch gibt (in der App sind sie nur auf Englisch vorhanden), könnte man noch mit Bilddateien, statt nur mit Beschreibungen arbeiten, das würde evtl. dazu führen, dass der Tech-Support weniger angeschrieben werden muss.

Gerade weil der Live-Chat nur in englischer Sprache zur Verfügung steht, sehe ich Verbesserungsbedarf bei den FAQs bzw. bei Problemen. Gerade jemand der nicht sicher Englisch spricht wird an „Inner-Treat-Launcher“, „Treat Dispenser“ und anderen Worten schnell verzweifeln.

Alles in allem lässt sich zusammenfassen:

Furbo ist ein tolles technisches Gerät, das für mich nahezu alle Wünsche als Trainerin erfüllt. Die App lässt sich intuitiv bedienen und auch bei Problemen, scheint man bei Furbo auf Zack zu sein.

Die Trainingsmöglichkeiten sind vielseitig – weit über die schlichte Überwachung und Belohnung des Hundes hinaus.

Ich bin tatsächlich froh, selbst den Furbo nutzen zu können, obwohl meine Hunde allein bleiben können und habe Spaß daran, nach ihnen sehen zu können. Für Hunde, die schon Schwierigkeiten beim Alleinsein haben oder hatten, ist die Furbo-Kamera sicherlich ein Segen.

Ich persönlich sehe den Furbo als gute Investition, um bei Verhaltensproblemen bezüglich des Alleinseins Anwendung zu finden und sehe ihn als tolles „Trainingshilfsmittel“ im Hundetraining.

Das kann der Furbo richtig gut:

  • Bildqualität
  • Leckerli-Funktion
  • Mehrere Handys mit einer Furbo-Kamera verwendbar
  • Weitwinkel
  • Stimme wiedergeben und Hunde hören
  • Tech-Support mit (englischem) Live-Chat
  • Intuitive Bedienung
  • Nachtsicht
  • Viele Trainingsmöglichkeiten
  • Bell-Alarm

Hier ist Luft nach oben:

  • FAQ in der Furbo-App nur auf Englisch
  • Chat-Support / Live-Chat nur auf Englisch
  • Support in anderen Sprachen nur per E-Mail
  • Umfall-Gefahr, gerade bei größeren Hunden – oder stationärer Einsatz durch Festkleben
  • Kein Akkubetrieb – es wird immer ein Netzteil benötigt
  • Video-, Leckerli-, und Audiofunktion leeren auch den Handy-Akku schnell (nehmt bei längeren Abwesenheiten immer eine Power-Bank mit)
  • Ohne W-LAN ist ein Smartphone-Tarif mit hohem Datenvolumen sehr empfehlenswert
  • Öffnen der App bzw. Verbinden der App mit der Furbo dauert machnmal überraschend lange
Hundetrainerin Sissy Leonie Kreid, Akademie Hund, Regensburg

Du willst noch mehr wissen? Dann melde dich am besten telefonisch oder per Email bei mir. Individuelle Themen lassen sich am besten in einem Einzeltermin besprechen. Bei häuslichen Themen (wie z.B. alleine bleiben, im Garten bellen o.Ä.) sind Hausbesuche ebenfalls nach Terminvereinbarung möglich. Ich wünsche dir einen guten Start und eine wundervolle und spannende Zeit mit deinem neuen Freund. Wie Konrad Lorenz (Verhaltensforscher) schon sagte: „Die Treue eines Hundes ist ein kostbares Geschenk.“ Ich wünsche dir viel Freude, dir diese Treue zu verdienen und dabei viele wunderschöne Momente zu erleben.

Bildnachweis Porträts Sissy Leonie Kreid: Fotografie Pokorny, Lukas Pokorny / Furbo-Shooting: Fabian Scherer / Sonstiges Bildmaterial: CC0 Lizenz, pixabay.com

Sissy Leonie Kreid

Sissy Leonie Kreid, Hundetrainerin aus Regensburg mit Hovawart Frau Emma

Sissy Leonie Kreid hat in den Niederlanden Tierwissenschaften studiert. Nach einer Ausbildung zum Coach für Menschen mit Hund (bei Martin Rütter) hat Sie sich 2015 mit Akademie Hund als Hundetrainerin selbständig gemacht.

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